#92 - Aspirin und Paracetamol
31.10.2026 17 min
Zusammenfassung & Show Notes
Sowohl Aspirin (Wirkstoff: Acetylsalicylsäure) als auch Paracetamol gehören zu den weltweit am häufigsten eingesetzten, rezeptfreien Medikamenten gegen Schmerzen und Fieber. Obwohl sie oft für ähnliche Beschwerden genutzt werden, unterscheiden sie sich grundlegend in ihrer chemischen Wirkweise, ihren Anwendungsgebieten und ihren Risiken.
Acetylsalicylsäure: schon in den frühen Hochkulturen wurde die Weidenrinde als Mittel gegen Fieber und Schmerzen eingesetzt. Auch Hippokrates und der römische Gelehrte Plinius der Ältere sahen die Weidenrinde als Arznei an. Durch Kochen von Weidenbaumrinden haben Germanen und Kelten Extrakte gewonnen und zu Heilzwecken verwendet. 1897 wurde erstmals von Felix Hoffmann und Arthur Eichengrün in den Farbenfabriken Bayer & Co. synthetisiert. Der Markenname Aspirin wurde 1899 geschützt, er leitet sich vom Echten Mädesüß ab, einem Salicylat haltigen Rosengewächs, das auch Spiere genannt wurde.
Das Medikament ist ein schmerzlindernder, entzündungshemmender, in geringerem Ausmaß auch fiebersenkender Arzneistoff aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), der als Thrombozytenaggregationshemmer zudem die Verklumpung von Blutplättchen hemmt. Es wirkt peripher (im Gewebe) und zentral indem es die Enzyme Cyclooxygenase dauerhaft blockiert. Dadurch wird die Produktion von Prostaglandinen – Gewebshormonen, die Schmerz, Fieber und Entzündungen gestoppt. Hauptrisiko: Magen-Darm-Trakt (Magengeschwüre), Blutungen.
Paracetamol wurde erstmals 1878 von Harmon Northrop Morse beschrieben, es ist das chemische Produkt der Reduktion von p-Nitrophenol mit Zink in Eisessig.
Josef von Mering verwendete 1887 Paracetamol erstmals heilkundlich, es wirkt vor allem zentral im Gehirn und Rückenmark, es beeinflusst die Schmerzwahrnehmung und reguliert das Thermozentrum im Gehirn, wodurch Fieber sehr effektiv gesenkt wird. Da es im Gewebe kaum wirkt, hat es keine entzündungshemmenden Eigenschaften. 1948 wurde das Präparat bekannter, als es von Bernard B. Brodie und Julius Axelrod in New York ein zweites Mal als Metabolit von Phenacetin identifiziert wurde. Das Medikament gehört zur Wirkstoffklasse der nicht Opioiden Analgetika und wird zur Behandlung von Schmerzen und Fieber angewendet, es wirkt zentral im Gehirn und Rückenmark. Hauptrisiko: Gefahr von Leberversagen bei Überdosierung.
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