#83 - Infektionskrankheiten
27.06.2026 22 min
Zusammenfassung & Show Notes
Infektionskrankheiten waren und sind weltweit die häufigsten Todesursache, sie führten zu verheerenden Pandemien. Jahrhundertelang waren die Menschen schutzlos ausgeliefert, da Ursachen und Übertragungswege unbekannt waren.
Erwähnenswert sind besonders drei große Pestepidemien, in den Jahren 541, 1347 und 1894 n. Chr; die jedes Mal verheerende Todesfälle unter Menschen und Tieren in Ländern und Kontinenten verursachten.
Eine Epidemie ist örtlich und zeitlich begrenzt, eine Pandemie Länder- und Kontinent übergreifend.
Eine Gemeinsamkeit verschiedener Epidemien und Pandemien ist, dass sie sich besonders entlang der Transportwege vermehren. So breitete sich auch die Pest im 14. Jahrhundert entlang der Handelsrouten aus und griff speziell in großen Hafenstädten schnell um sich.
Zu ihrer Eindämmung wurden verschiedene Maßnahmen ergriffen, darunter die Isolierung von Infizierten und Verdachtsfällen sowie die militärische Abriegelung der Stadt- und Landesgrenzen. Geholfen hat das aber nicht, der Pest fielen bis 50 Millionen Menschen zum Opfer.
Dank medizinischem Fortschritt wie Impfstoffen, Antibiotika und moderner Diagnostik sind viele dieser Krankheiten heute heilbar oder vermeidbar.
An die Stelle historischer Geißeln treten heute neue Herausforderungen durch Globalisierung und Resistenzen.
Ein weiteres Problem liegt im sogenannten Ageismus, also in der Altersdiskriminierung.
Seit 2021 kämpft die WHO gegen die ungleiche Behandlung - besonders wenn Infektionskrankheiten Kinder, Jugendliche oder älteren Menschen treffen.
Eines ist aber sicher: ob durch Gesundheitsaufklärung, Schutzmaßnahmen wie Mundschutz, Impfungen oder Hygienemaßnahmen wie Händedesinfektion, noch nie waren wir besser darauf vorbereitet, den Kampf gegen eine neue Pandemie aufzunehmen.
Auch die KI wird eingesetzt, um Mutationen vorherzusagen und die Entwicklung von neuen Medikamenten in Rekordzeit zu ermöglichen.
Erwähnenswert sind besonders drei große Pestepidemien, in den Jahren 541, 1347 und 1894 n. Chr; die jedes Mal verheerende Todesfälle unter Menschen und Tieren in Ländern und Kontinenten verursachten.
Eine Epidemie ist örtlich und zeitlich begrenzt, eine Pandemie Länder- und Kontinent übergreifend.
Eine Gemeinsamkeit verschiedener Epidemien und Pandemien ist, dass sie sich besonders entlang der Transportwege vermehren. So breitete sich auch die Pest im 14. Jahrhundert entlang der Handelsrouten aus und griff speziell in großen Hafenstädten schnell um sich.
Zu ihrer Eindämmung wurden verschiedene Maßnahmen ergriffen, darunter die Isolierung von Infizierten und Verdachtsfällen sowie die militärische Abriegelung der Stadt- und Landesgrenzen. Geholfen hat das aber nicht, der Pest fielen bis 50 Millionen Menschen zum Opfer.
Dank medizinischem Fortschritt wie Impfstoffen, Antibiotika und moderner Diagnostik sind viele dieser Krankheiten heute heilbar oder vermeidbar.
An die Stelle historischer Geißeln treten heute neue Herausforderungen durch Globalisierung und Resistenzen.
Ein weiteres Problem liegt im sogenannten Ageismus, also in der Altersdiskriminierung.
Seit 2021 kämpft die WHO gegen die ungleiche Behandlung - besonders wenn Infektionskrankheiten Kinder, Jugendliche oder älteren Menschen treffen.
Eines ist aber sicher: ob durch Gesundheitsaufklärung, Schutzmaßnahmen wie Mundschutz, Impfungen oder Hygienemaßnahmen wie Händedesinfektion, noch nie waren wir besser darauf vorbereitet, den Kampf gegen eine neue Pandemie aufzunehmen.
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DOC-ON-AIR - Der Podcast für den Umgang mit medizinischen Notfällen im Alltag von Dr. Joachim Huber.
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Bei Fragen oder Hinweisen zur aktuellen Folge schreibt mir gerne ein Email unter podcast@doc-on-air-com
#notfallmedizin #ersthilfe #teambuilding #alleswirdgut
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Transkript
Doc on Air, der Podcast, der Ihnen hilft, richtig erste Hilfe zu leisten.
Was tun, wenn jemand Hilfe schreibt? Was tun, wenn zu Hause was passiert?
Als erfahrener Notarzt zeige ich Ihnen, wie es geht.
Unser Ziel, Wissen statt Angst und Können statt Zweifel.
Sehr geehrte Zuhörerinnen und Zuhörer, heute berichte ich über das Thema Infektionskrankheiten.
Bei meiner Abschlussprüfung im Medizinstudium 1974 fragte mich der damals amtierende Prof.
Dr. Heinz Flamm, Facharzt für Hygiene an der Uni Wien, was denn weltweit die
häufigste Todesursache sei.
Meine Antwort, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle, gefolgt von Krebsleiden
und Infektionserkrankungen, speziell Viruserkrankungen, war richtig.
Die häufigsten Todesursachen weltweit waren auch 2024 bei mehr als 55% aller 68,
Millionen Todesfälle weltweit Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
Schlaganfall,
Atemwegserkrankungen oder Infektionen.
Von Infektionskrankheiten spricht man, wenn sie durch diverse Erreger,
in der Regel Bakterien, Viren oder Parasiten oder deren toxische Produkte ausgelöst werden.
Man unterscheidet sie von den nicht übertragbaren, zum Beispiel degenerativen,
erblich bedingten oder psychischen Erkrankungen.
Infektionen gehen aber nicht zwangsläufig mit einer Erkrankung einher,
sodass sie oft viel zu spät sich demaskieren.
Eine Endemie bezeichnet das konstante Zirkulieren einer Infektion oder dadurch
ausgelösten Krankheit in der Bevölkerung.
So ist zum Beispiel Malaria, ausgelöst von einzelligen Parasiten,
in vielen Ländern Afrikas endemisch.
Hoch ansteckende Infektionskrankheiten werden auch als Seuchen oder Pandemie bezeichnet.
Dieser übergeordnete Begriff gilt für jede sich rasch ausbreitende gefährliche Infektionskrankheit.
Die Geschichte lehrt uns, dass ca. alle 100 Jahre 4 bis 6 Pandemien ausbrechen.
Die durch Infektionen verursachte Sterblichkeit und auch die Krankheiten nehmen
in den Industriestaaten seit dem 20.
Jahrhundert aufgrund verbesserter Hygiene und medizinischer Innovationen wie
Impfungen und Antibiotika immer mehr ab.
Infolgedessen steigt in Europa die durchschnittliche Lebenserwartung,
und nicht übertragbare Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
Krebs, Diabetes und chronische Atemwegserkrankungen.
Sie lösen Durchfallerkrankungen, Masern, Pocken und Tuberkulose als Haupttodesursachen ab.
In Europa sterben mittlerweile 20 Mal mehr Menschen an den Folgen nicht übertragbarer
Krankheiten als an Infektionskrankheiten.
Dieser Trend zeichnet sich auch in anderen wohlhabenden Regionen der Welt ab.
Heutzutage sind Infektionskrankheiten vor allem ein Problem ärmerer Länder.
In vielen Regionen auf der Welt herrschen
besonders in ländlichen Gegenden mangelhafte hygienische Zustände,
fehlendes Wissen und speziell auch der Zugang zur medizinischen Versorgung.
Er ist oft ungenügend und, wie ich schon gesagt habe, die Gesundheitsaufklärung
oft überhaupt nicht vorhanden.
Diese Zustände bieten natürlich ideale Bedingungen für die Ausbreitung von Infektionskrankheiten.
Nun, die wichtigsten Infektionskrankheiten einst und jetzt.
Die Pest, der schwarze Tod. Im Mittelalter fordert die von Bakterien verursachte
Pest alleine in Europa etwa 50 Millionen Tote.
Sie wurde oft als göttliche Strafe gedeutet und mit drastischen Maßnahmen wie Quarantäne bekämpft.
Meistens ohne wesentlichen Erfolg. Die Pest tritt auch heute noch in kleinen
Endemiegebieten in Afrika, Asien, Amerika, natürlich auch in der Mongolei auf.
Das natürliche Erreger, Reservoir der Pestbakterium, stellen Nagetiere,
vor allem Ratten, aber auch Mäuse, Wiesel, Hasen und ihre Flöhe dar.
Die Pocken. Wie viele Todesfälle die Krankheit insgesamt verursacht hat,
lässt sich heute nur sehr schwer nachvollziehen.
Doch allein im 20. Jahrhundert starben weltweit mehr als 300 Millionen Menschen an den Pocken.
Am 8. Mai 1980 wurde die den menschengefährlichen Pockenerkrankung von der WHO,
der Weltgesundheitsorganisation, verausgerottet erklärt.
Verwandte Viren wie das Affenpockenvirus, sogenannte M-Pocks,
zirkulieren weiter in Teilen Afrikas.
Sie sind jedoch nicht mit den echten Pocken identisch.
Die Tuberkulose, die sogenannte Wiener Krankheit, ist weltweit noch immer eine
der tödlichsten Infektionen, ausgelöst durch ein Bakterium.
Sie befällt primär die Lunge, kann sich aber auch in jedem anderen Organ manifestieren.
Die Übertragung erfolgt meist von Mensch zu Mensch über eine Tröpfcheninfektion,
zum Beispiel beim Husten oder beim Niesen.
Die Krankheit ist meldepflichtig und kann durch Impfungen und Antibiotika gut behandelt werden.
Leider nehmen auch hier die Resistenzen deutlich zu.
Die Cholera begann im 19. Jahrhundert in Europa bekannt zu werden.
Neben anderen Regionen war auch Hamburg stark betroffen.
Dort starben 1892 bei einem großen Cholera-Ausbruch über 8000 Menschen.
Cholera kommt auch heute noch in verschiedenen Ländern wie Afrika,
Asien, Lateinamerika vor.
Das Hauptrisikogebiet ist immer dort, wo das Trinkwasser und die Abwassersysteme
unzureichend voneinander getrennt sind.
Naturgemäß auch in Krisen, Katastrophengebieten, wo schlechte hygienische Bedingungen vorherrschen.
Man denke an die Flüchtlingscamps.
Die spanische Grippe, das Influenza-Virus, forderte weltweit mehr Menschenleben
als der Erste Weltkrieg.
Es gab weder Impfstoffe noch Antibiotika.
Die eigentliche spanische Grippe von 1918 existiert nicht mehr.
Aber der damalige Erreger, das Influenza-A-Subtyp H1N1-Virus,
kommt Ihnen bekannt vor, nicht von der Covid-Zeit,
zirkuliert als direkter Nachfahre noch immer weltweit als saisonales Grippevirus.
Die saisonale Grippe, um dabei zu bleiben, also die normale Grippe,
trifft jedes Jahr bis zu 50 Millionen Personen.
Und sie fordert auch in Europa zwischen 15.000 und 70.000 Todesopfer.
Die genauen Zahlen schwanken von Jahr zu Jahr und hängen mutmaßlich davon ab,
welche Virusvarianten zirkulieren und wie gut der jeweilige Impfstoff angepasst ist.
Die Kinderlähmung, Polio und Tuberkulose prägten ganze Generationen und forderten Millionenleben.
Durch Impfungen ist die Polio heute fast ausgerottet. Die Fallzahlen sanken seit 1988 um fast 100%.
In Europa gilt die Krankheit daher offiziell als ausgerottet.
Das White-Poliovirus, WPV1, ist heute nur noch in Afghanistan und Pakistan endemisch.
HIV und Aids. HIV ist das Virus selbst, Aids das Krankheitsbild.
Die WHO schätzt, dass Erkrankungen bisher weltweit fast 35 Millionen Menschen
das Leben gekostet haben.
Ein Ende der HIV-Pandemie ist noch lange nicht in Sicht.
Mit fast 81 Millionen Erkrankten wurde 2024 ein neuer Höchststand erreicht.
Die meisten HIV-Erkrankten leben in Ost- und Südamerika, der Region Asiens,
Pazifik sowie West- und Zentralafrika.
Die Krankheit ist sehr gut behandelbar. Die Vorurteile mit unbegründeten Ängsten
vor Ansteckung sind aber längst noch nicht ausgerottet.
Covid. Sie alle erinnern sich an die globale Covid-19-Pandemie.
Damals sind über 4,5 Millionen Menschen gestorben.
In der EU konnten durch die Impfkampagnen mehr als 1,4 Millionen Leben gerettet werden.
Das wird heute sehr gerne von verschiedenen politischen Gruppierungen geleugnet.
Das sind übrigens auch die, die meinen, man könne mit einem Pferdeserum diese Krankheit behandeln.
Die Impfungen haben die pandemiebedingten Todesfälle um mindestens 57% reduziert.
Allein die erste Auffrischungsimpfung, die sogenannten Boostern,
verhinderte europaweit etwa 700.000 Todesfälle.
Ebola ist eine Zoonose und verläuft je nach Virusart in 25 bis 90 Prozent tödlich.
Wegen der raschen Ausbreitung der Ebola-Infektion im Nordosten der Demokratischen
Republik Kongo zeigt sich die WHO seit Mai 2026 zunehmend besorgt.
Da es gegen den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugio noch keine zugelassenen Impfstoffe
gibt, wurde eine gesundheitliche Notlage ausgerufen.
Seit Beginn der neuen Ausbruchswelle gibt es mindestens 1000 Verdachtsfälle
und fast 200 Todesfälle.
Das Hantavirus, auch Lungensyndrom, HBS genannt, äußert sich meist plötzlich,
mit grippeähnlichen Symptomen und verläuft in zwei typischen Phasen.
Bestimmte regionale Typen, wie das in Amerika vorkommende Andes-Virus, greifen die Lunge an.
Dies führt zu Atemnot und leider auch sehr oft zu einem Lungenversagen.
Das Gelbfieber, auch als schwarzes erbrechend bekannt, ist eine Infektionskrankheit,
die durch ein RNA-Virus aus der Familie der Flaviviren verursacht wird.
Gelbfieber wird durch Mücken übertragen, kommt vor allem in den tropischen,
subtropischen Regionen Südamerikas und Afrikas vor und kann,
vor allem für Menschen mit Vorerkrankungen, durchaus tödlich verlaufen.
2016 wurden bis zu 200.000 Erkrankte und 60.000 Sterbefälle dokumentiert.
Das Zika-Virus ist genau wie das Gelbfieber,
einstammter Flaviviren und wird durch Stechmücken übertragen.
Es ist jedoch auch eine Ansteckung über Blut- oder Sexualkontakte,
meist von Mann zu Frau möglich.
Eine schwerwiegende Folge der Infektion sind Schädelmissbildungen bei Neugeborenen,
deren Mütter mit dem Virus infiziert sind.
Die Malaria-Konferenz,
als gefährlichste Art, wenn es sich um die Malaria Tropica handelt.
In vielen Fällen endet auch die tödlich. Mit etwa 200 Millionen Erkrankten im
Jahr ist Malaria die weltweit am häufigsten vorkommende Tropenkrankheit.
Der größte Teil der weltweiten Erkrankung konzentriert sich auf den afrikanischen
Kontinent, gefolgt von Regionen in Süd- und Südostasien sowie Teilen von Süd- und Zentralamerika.
Die Hepatitis. Mehr als 350 Millionen Menschen auf der Erde leben mit einer
chronischen Hepatitis entweder von Typ B, C oder D.
Die Viruserkrankung gilt als eine der Hauptursachen für Leberzirrhose und Leberkrebs.
An diesem Virus sind weltweit mehr als 1,3 Millionen im Jahr verstorben.
Mehr also als durch die Folgen von HIV und AIDS.
Besonders in der Mongolei ist die weltweit höchste Leberkrebssterberate zu beklagen.
Und das wegen der stillen, schleichenden Epidemie.
Hepatitis wäre gut behandelbar, aber sie bekommt auch außerhalb Europas immer
noch nicht die Aufmerksamkeit, die sie bräuchte.
Die Behandelbarkeit ist theoretisch, weil die Menschen in diesen armen Ländern,
sich das nicht leisten können.
Die aktuellen Herausforderungen,
werden von der modernen Medizin ganz hervorragend bewältigt,
die Infektionskrankheiten stark zurückgedrängt.
Auch wenn Neuerreger die weltweite Vernetzung der Ärzte und Forscher auf die Probe stellen.
Durch den Klimawandel und globale Reisen können sich Erreger wie das Dengue-Fieber
oder das West-Ill-Virus auch in Europa etablieren.
Weltweite, intensive Forschung führt aber dazu,
dass bakterielle Infektionen heute in der Regel gut heilbar sind Neue Impfstoffe,
zum Beispiel mRNA-Technologie,
werden für eine Vielzahl von Indikationen entwickelt Sie verhindern schwere
Verläufe, zum Beispiel von Masern oder Grippe und helfen auch als Malaria-Impfung,
Es gibt eine ganze Reihe von Krankheitserregern, die bereits im Fokus der Forschung stehen.
Dazu gehören viele Viren, Tollwut, Zika, Ticuangua und Grippe- und Dengue-Fieber.
Hier ist die Hoffnung groß, schnell zu guten Ergebnissen zu kommen,
zumal die Erfolge bei dem Kampf gegen Covid-19 gezeigt haben,
dass mRNA-Impfstoffe bei Erkrankungen durch Viren eine gute Wirkung zeigen,
und, ich muss es sagen, keinesfalls als Fremdkörper im Gehirn irgendwelche furchtbaren Dinge anstellen.
Auch der Kampf gegen Krebs gehört zu den ältesten und am weitesten fortgeschrittenen
Feldern der mRNA-Forschung.
So haben im Juni 25 Wissenschaftler von BioNTech eine Strategie entwickelt,
um menschlichen Zellen Anweisungen zur Erzeugung einer Immunantwort gegen Krebs,
speziell gegen fortgeschrittenen schwarzen Hautkrebs zu geben.
Der Fokus hat sich also von der großen bloßen Bekämpfung akuter Epidemien hin,
zur Erforschung neuer Erreger und zur Sicherung von wirksamen Therapien verschoben.
Wenn klassische Kinderkrankheiten wie Masern oder Röteln besonders durch Impfung
gut kontrollierbar sind, dominieren heute Resistenzen.
Aber die zunehmende Impfmüdigkeit, das Ablehnen von wissenschaftlichen bewiesenen
Ergebnissen, führt zu neuen Problemen.
Die Resistenzen gegen Antibiotika, am Beispiel MRSA, der Begriff steht für Methicillin,
resistenter Staphylococcus aureus, ein Krankenhauskeim,
er wird zunehmend unempfindlich gegenüber Standardantibiotika.
Auch die globalen Reisebewegungen erfordern ständige Wachsamkeit,
internationale Kooperation und Forschung auf allen Gebieten.
Gegen neue Pandemien helfen diese raschen, erfolgten Erforschungen und die dabei
entstehenden universellen Impfstoffe.
Es helfen aber auch internationale Frühwarnsysteme und die Bevorratung von Schutzausrüstung.
Ebenso die Aufklärung der Bevölkerung, die Motivation, auf sich selbst zu achten.
Die EU hat nach der Corona-Pandemie mehrere Maßnahmen getroffen,
um besser auf eine gesundheitliche Bedrohung auch gegen die noch so fremd klingenden
Hunter-Ebola-Infektionen gut vorbereitet zu sein.
In Österreich haben wir die Klinik Favoriten, in Wien das ehemalige Kaiser-Franz-Josef-Spital.
Die Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin verfügt über die einzigen Sonderintensivzimmer,
also gesicherte Isolierstationen Österreichs, für die Behandlung hochpathogen erkrankter Patienten.
Auf persönlicher Ebene schützen Sie sich, sehr geehrte Damen und Herren,
am besten durch konsequente Handhygiene.
Das Tragen von Masken in Innenräumen und Impfungen für eine gute Grundimmunität.
Schauen Sie sich nicht, bei unklaren infektionsverdächtigen Beschwerden Ihren Hausarzt aufzusuchen.
Noch ein Appell an alle verantwortlichen Regierungsmitglieder und Finanzminister.
Bitte spart nicht bei der Forschung. Kaputt sparen, das Kaputt sparen kostet sicher Menschenleben.
Ich danke Ihnen fürs Zuhören und sagen Sie es bitte weiter. Ihr Dr. Joachim Hober.