DOC on AIR - Erste Hilfe im Alltag

Notfallmedizin im Alltag

#29 - Hilfe, meine Verdauung funktioniert nicht! Vom Durchfall bis zur Verstopfung

15.06.2024 32 min

Zusammenfassung & Show Notes

In dieser Episode des Podcasts "Doc on Air" spreche ich über die Bedeutung eines gesunden Darms für das allgemeine Wohlbefinden. Ich erkläre die Rolle des Darms bei der Verdauung, der Immunabwehr und der Krebsvorsorge sowie die Ursachen von Verstopfung. Ich betone die Notwendigkeit einer ballaststoffreichen Ernährung, ausreichender Flüssigkeitszufuhr und regelmäßiger Bewegung für eine gesunde Verdauung. Zudem gebe ich Ratschläge zur Vorsorge und zur Linderung von Verdauungsproblemen. Ich warne vor übermäßigem Medikamentenkonsum und betone die Bedeutung eines gesunden Lebensstils. Schließlich ermutige ich die Zuhörer, das Leben zu genießen und auf ihren Körper zu achten.

---

DOC-ON-AIR - Der Podcast für den Umgang mit medizinischen Notfällen im Alltag von Dr. Joachim Huber.

Weitere Informationen auf doc-on-air.com

Das Gesicht zur Stimme unter www.drjoachimhuber.at

Bei Fragen oder Hinweisen zur aktuellen Folge schreibt mir gerne ein Email unter podcast@doc-on-air-com

#notfallmedizin #ersthilfe #teambuilding #alleswirdgut

Transkript

Music. Doc on Air, der Podcast, der Ihnen hilft, richtig erste Hilfe zu leisten. Was tun, wenn jemand Hilfe schreibt? Was tun, wenn zu Hause was passiert? Als erfahrener Notarzt zeige ich Ihnen, wie es geht. Unser Ziel, Wissen statt Angst und Können statt Zweifel. Ein herzliches Willkommen, grüß Gott. Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Zuhörerinnen, auch heute darf ich mit meinem Podcast ein, so glaube ich, sehr interessantes, aber meistens recht verschwiegenes Thema ansprechen. Die Verdauung. Hilfe, meine Verdauung funktioniert nicht. Ich bin verstopft oder ich habe Durchfall. Wenn ich diesen Satz in meiner über 40-jährigen Arztlaufbahn einmal im Monat gehört habe, ist viel. Alles erzählen die Menschen. Dass Gott behüte, das Hühnerauge wehtut, dass der Blutdruck nicht stimmt. Aber dass man verstopft ist und dass man vielleicht einen Durchfall hat, das ist kein angenehmes Thema. Ich habe bereits im Dezember 2009 in der leider Gottes, so wie es ausschaut, nicht mehr in Zukunft publizierten Zeitschrift Medizin Populär gemeinsam mit Frau Mag. Sabine Sterer zum Thema, was dem Darm gut tut, referieren dürfen. Und ich möchte das auch meinen lieben und geschätzten Zuhörerinnen und Zuhörern wieder präsentieren. Denn der Darm leistet ja weiter mehr als Verdauungsarbeit. Überall kommen jetzt immer mehr Publikationen an die Oberfläche, wo die Wichtigkeit dieses riesigen Organs bis hin zu dem Feedback für unser Wohlbefinden, für eine funktionierende Hirnleistung, für ein Gutfunktionieren des Herz-Kreislauf-Systems bis hin zur Krebsvorsorge, zur fantastischen Immunschutzarbeit, was der Darm alles tut. Er sorgt auch dafür, dass alles, was wir essen und trinken, entsprechend aufgearbeitet in die Blutbahn gelangt. Er filtert irgendwelche giftigen Dinge, krankhafte Keime, Schadstoffe aus der Nahrung heraus und produziert darüber hinaus auch Immunzellen, die sich über die Lymphbahnen im ganzen Körper verteilen und so Krankheitserreger abwehren. Nun, fast jeder Mensch hatte schon einmal Verdauungsprobleme. Das Thema ist aber für die meisten von uns tabu und wir besprechen es ungern mit anderen Menschen und wie ich schon eingangs sagte, auch nur sehr ungern mit dem Arzt unseres Vertrauens. Ich erkläre euch, wie wichtig es ist, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, um auch hier eine Lebensqualität zu bekommen. Das gilt das Motto meines Podcasts Wissen statt Angst. Also macht mir einen kleinen Spaziergang in die Verdauung. Einige Fakten. Europaweit sind schätzungsweise ca. 70 Millionen Damen und Herren von Verdauungsproblemen betroffen. Im Mai 2008 wurde bereits eine Studie, damals von der Danone-Gesellschaft beauftragt, mit 1000 Österreicherinnen und Österreichern zwischen 14 und 69 Jahren erstellt. Die wichtigsten Ergebnisse waren, jeder dritte Österreicher, also mehr als 2,7 Millionen Menschen, leiden unter Verdauungsproblemen. Frauen haben deutlich häufiger Probleme damit als Männer. Männer, 4 Millionen, also immerhin wesentlich mehr als die 2,7 Millionen Männer. Frauen, 4 Millionen Frauen haben eine Problematik mit der Verdauung, zumindest einmal in der Woche. Beschwerden wie Blähungen, Völlegefühl oder eben eine widerliche Verstopfung, Unwohlsein, Leistungseinbußen, Aber manchmal eben auch Durchfall sind die Folge. Und es ist schon beeindruckend, dass fast die Hälfte aller Betroffenen sich in ihrem Alltag durch diese Vertragungsprobleme negativ beeinflusst fühlen. Ein Drittel aller Befragten geht wegen dieser Probleme gar nicht mehr außer Haus und hat auch Schlafstörungen. Nun, was verursacht denn eigentlich eine Verstopfung? Es gibt natürlich viele Aspekte. Einige zähle ich euch auf. Es gibt eine Veranlagung und familiäre Disposition. Ja, es gibt familiäre Häufung von Verstopfungsneigung, keine Frage. Einer der Hauptprobleme ist aber der ständige Zeitdruck und Stress. Und das beginnt damit, dass man schlecht kaut. Macht einmal bitte das Experiment, ein Stück Semmel in den Mund nehmen und so lange drauf herumkauen, bis es wirklich süß wie Zucker schmeckt. Das wäre die Minimum-Kau-Zeit, um die Kohlehydrate aus dem Mehl herauszukauen und mit den in Speichel enthaltenen Enzymen die Verdauungsvorgänge zu starten. Das geht nicht, wenn ich wie normalerweise nur ein hungriger Hund das Essen in mich hineinschlinge. Also ständiger Zeitdruck, Stress und letztlich dann auch ein fehlendes Toilettentraining. Wenn ich meinem Körper einmal, wirklich einmal sage, jetzt gehen wir nicht aufs Klo, jetzt zwicken wir das weg, weil sonst ist die Straßenbahn fort, dann wird sich der Körper das merken und wird es hoffentlich auch wieder vergessen. Wenn ich das aber drei, vier Mal in der Woche mache und irgendwelche anderen Prioritätensätze als aufs Klo zu gehen, dann wird irgendwann einmal der Körper sagen, Gott, er will das so. Der will das so, ist in Ordnung, gehen wir eben nicht aufs Klo. Klar spielen auch Ernährungsfehler eine Rolle, dass man zum Beispiel ballaststoffarme Ernährung zu sich nimmt, zu wenig trinkt. Wir kommen noch auf das Thema Ballaststoffe und Trinken zu sprechen. Eine inaktive Lebensweise mit zu wenig Bewegung ist natürlich genauso hinderlich für eine gute Verdauung wie verschiedene Medikamente. Und da gibt es nun einmal starke Schmerzmedikamente, wo jeder weiß, wenn ich das einnehme, ist zwar der Schmerz besser, aber ich bin wieder verstopft. Verstopft. Blutdruckmedikamente wie zum Beispiel Calciumkanalblocker, um nur einen zu nennen, Amlodipin, Entwässerungsmedikamente, aber auch Eisenpräparate, Antidepressiva, neurologische Medikamente und selbst die so harmlos bezeichneten Antihistaminika, also gegen Heuschnupfen wirksame Medikamente, machen ein Problem, indem sie den Verdauungsvorgang verlangsamen. Also bei den Medikamenten durchaus fragen, macht das meiner Verdauung eh nichts, weil ich bin eh schon gar nicht verstopft. Sollte jemand aus der Zuhörerschaft neurologisch erkrankt sein und einen Parkinson, also eine Schüttellähmung haben oder eine sogenannte MS, Multiple Sklerose, oder eine diabetische Neuropathie, dann bitte vor einem weiteren Vorgang entgegen die Verstopfung unbedingt mit der Hausärztin, dem Hausarzt reden. Gehen wir darauf ein, worauf wir achten sollten. Das sind sieben Punkte. Erstens einmal darmfreundlich essen. Und darmfreundlich essen bedeutet, dass viele Ballaststoffe enthalten sind, die ihrerseits mit dem Inulin, wie zum Beispiel in den Artischocken, lachen Sie nicht, im Knoblauch, Spargel, Schwarzwurzeln, Zwiebeln vorkommt. Das Inulin hilft den guten Darmbakterien bei ihrer Vernichtung von unerwünschten, bösen Bakterien und unterstützt so den Darm und das Immunsystem. Alle heimischen Gemüsesorten, Obstsorten wie Äpfel, Beeren, Birnen, Quitten, Trauben, Zwetschgen, Nüsse sollten auf dem täglichen Speiseplan stehen. Vollkornprodukte, aber auch Fisch, Putenfleisch, klarerweise auch Rindfleisch, es sollte halt alles nicht zu fett sein. Beim Hühnerfleisch gilt das genauso. Der zweite Punkt, ausreichend trinken, bitte nicht zu viel Alkohol. Niemand hat was gegen ein Seidelbier oder gegen einen Sommerspritzer. Aber man unterstützt den Darm mit zu viel Alkohol nicht, weil Alkohol immer auch eine leichte Entzündung hervorruft. Und diese Gastritis, die führt dann dazu, dass die Verdauung auch aus dem Gleichgewicht gerät. Und die Trinkmenge hängt natürlich davon ab, wie und wo ich was mache. Wenn ich ein zu Hause sitzender, gemütlicher Pensionist bin in der klimatisierten Wohnung, dann werde ich wohl mit einer halb bis zwei Liter Flüssigkeit mehr als genug haben. Wenn ich ein Gartenfix bin und arbeite auch bei Hitz draußen im Garten und kramperl herum, dann werden es schon mal zwei bis drei Liter sein. Und wenn ich eine Bergwanderung mache und das in der Hitze des Sommers, dann können es auch drei, vier Liter sein. Also nicht sich auf irgendwelche Zahlen hier fixieren, sondern Verstand einschalten und sagen, was habe ich jetzt außer geschwitzt, das sollte ich wieder entsprechend zu mir nehmen. Dass ältere Menschen gerne wenig trinken, weil sie sonst oft in der Nacht Pipi gehen müssen, ist eines der Probleme, das wir in der Gerontologie, also in der Betreuung von älteren Menschen, immer wieder sehen. Trinkt es genug. Bitte trinkt es genug. Das ist ganz wichtig, sodass ihr euch wohlfühlt dabei. Denn die Darm- und Dünndarmschleimhaut ist sehr empfindlich. Gut, die Meere vom Aperitif vor dem Essen oder dem Schnapsel nach dem Essen für die Verdauung ist eine Meere. Wenn ihr der Meinung seid, es taugt euch jetzt irgendein Aperol oder sonst was zu trinken, dann genießt es, aber redet euch nicht darauf aus, dass es für die Darmgesundheit gut ist. Natürlich können ein Teelöffel Nuss-Schnaps von sehr guter Qualität verdauungsfördernd sein, das ist schon richtig, aber das war es dann auch schon. Der dritte Punkt ist die regelmäßige Bewegung. Und da gibt es auch wieder einen Tipp. Zumindest dreimal in der Woche, 30 Minuten bis 40 Minuten, so sich bewegen, dass man dabei noch reden kann. Also nicht diese Extremdinge wie Speedy, wo wir uns an die Grenze des Herz-Kreislauf-Überlastens bringen, sondern gemütlich. Ob ihr dabei Radfahrts, Nordic Walk macht, es ist völlig wurscht. Plaudert miteinander, solange das geht, seid ihr im richtigen Bereich. Der vierte Punkt ist natürlich, ein Missverhältnis zwischen Körperfett und Körpermuskulatur zu vermeiden. Ihr seht, es geht nicht um das Gewicht schlechthin. Es kann jemand mit 1,80 Meter 120 Kilo haben und nur aus Muskeln bestehen. Und es kann jemand mit 1,60 Meter mit 70 Kilogramm ein deutliches Missverhältnis zwischen Körperfett und Muskulatur haben. Und wenn immer die Muskulatur in den Hintergrund gedrängt wird von zu viel Körperfett, leidet auch die Verdauung. Übrigens, um ein Kilogramm Körperfett sozusagen der Weise schmelzen zu lassen, das wären umgerechnet 7000 Kilogalorien, müsste man etwa 20 Stunden lang mit einem Trainingspuls von 120 bis 140 pro Minute Radfahren oder Laufen. Also ihr seht schon, das mit dem Fettabbau ist auch so eine Geschichte. Und wenn Sie euch da einreden in den verschiedenen Foren, ihr braucht nur immer ein komisches Saftl trinken und schon wird das Fett verbrannt, Und Sportzeug, das Geld, kauft sich ein schönes Obst dafür oder einen Blumenstrauß, ist wesentlich wirksamer als der ganze Blödsinn. Man kann natürlich schon was tun, indem man auf zu energiehaltige Getränke verzichtet. Diese ganzen Limos, die auch wiederum angepriesen werden, wo man sieht, wie die Schauspieler vor Entzückten fast explodieren. Wenn es da alles einschmalen, bitte vielmals trinkt es einen Tee oder echte Fruchtsäfte. Die kann man sich selber auch ohne großen Kostenaufwand entsprechend herstellen. Und genießt es, schaut, dass eure eigenen Bedürfnisse erfüllt werden und nicht irgendwas, was euch die Werbung verzapft. Verstopft, wenn ihr verstopft oder starken Durchfall habt, dann bitte lasst das abklären. Da muss man gar nicht lange reden, dann geht es zum Hausarzt, zur Hausärztin und lasst euch entsprechend einige gute Vorsorgetipps. Was kann man als Selbsthilfe machen, weil man ja nicht mit jedem Schmarrn gleich zum Arzt rennen will? Natürlich kann man einmal einen Stuhlweichmacher verwenden. Das wäre zum Beispiel das Lezikabron-Zäpfchen. In der Früh zwei solche Zäpfchen in den Enddarm geschoben, dann ungefähr 15 Minuten auf der linken Seite liegen bleiben. Warum links? Weil der Enddarm im linken Unterbauch ist. Und dann wird das vermutlich dazu führen, dass man nach diesen ungefähr 15-20 Minuten gut aufs Klo gehen kann. Sollte das nicht nützen, gibt es einen weiteren sehr guten bewährten Trick, in der Früh auf nüchternen Magen ein richtiges, ordentliches Glas lauwarmes Wasser zu trinken. Ohne Kohlensäure, aus der Leiter, lauwarmes Wasser. Eine ergänzende Alternative wäre natürlich auch der Klassiker die Dörrzwetschgen, indem ich mir ein Frühstücksmüsli mit ein paar Löffeln Weizenklei oder anderen Ceralien mache. Eventuell muss man diese Körndeln auch über Nacht einweichen, so wie die Dörrzwetschgen und dann mit einem Joghurt zu sich nehmen. Also, bevor wir uns in eine Panik hineinreden, durchaus mal versuchen, die Verdauung selber zu starten. Ausreichend trinken und eventuell eben harmlose, das Lezikabon ist ein ganz harmloses Zapferl, besteht eigentlich nur aus kohlesäurebildenden Substanzen und etwas Wachs. Also da passiert gar nichts, wenn man sich das einführt. Bitte nicht, so wie ein Patient zu mir gekommen ist. Herr Doktor, das nehme ich aber nicht mehr, das Lecicarbon. Das schmeckt ja so grauslich. Ich habe hundertprozentig dem Patienten gesagt, wo es hingehört. Nämlich ins andere Ende, nicht in den Mund. Das sei nur ganz kurz erwähnt. Wann immer wir unter Durchfall leiden, muss uns klar sein, das ist ein ganz wichtiger Schutzmechanismus des Körpers, der eigentlich nur darauf abzielt, unangebrachte Dinge, Krankheitserreger oder andere lästige, ungesunde Substanzen schnellstmöglich wieder loszuwerden. Nehmen wir ein Beispiel, die Laktose-Sorbid- oder Fruktoseintoleranz. Manche Menschen haben Schwierigkeiten, diese Stoffe abzubauen, weil ihnen die entsprechenden Enzyme dazu fehlen. Und wenn das quasi unbearbeitet in den Dickdarm gelangt, dann wird es dort von ansässigen Bakterien versucht, abgebaut zu werden. Die dabei entstehenden Produkte wie Gase können aber zu unangenehmen Blähungen und letztlich zu Durchfall führen. Also wann immer ihr auf ein bestimmtes Nahrungsmittel, es können auch Milcherzeugnisse, Mehl, Limonaden oder getrocknete Früchte sein, einen Durchfall bekommt, ist die Therapie richtig meiden. Die Finger davon lassen. Da brauche ich nicht einen labor-Test machen, das kann ich selber einfach ein paar Tage beobachten. Und dann weiß ich, gut, das nehme ich jetzt nicht mehr zu mir, weil das tut mir nicht gut. Wenn der Durchfall chronisch wird, dann kann natürlich schon mal eine funktionelle Magendarmerkrankung, ich sage jetzt nur ein Beispiel, das Reizdarmsyndrom oder chronisch entzündliche Darmerkrankungen dahinter stehen. Auch hier gibt es modernste Therapien und es ist kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen. Vertrauen Sie Ihrem Hausarzt, er schickt Sie mit Sicherheit zu Gastroenterologen, also Ärzten, die sich mit Magen-Darm-Leiden sehr gut auskennen und die werden Ihnen weiterhelfen, sowohl in der Diagnostik als auch in der Therapie. Ich hole also unbedingt ärztlichen Rat, wenn chronischer Durchfall mehr als ein-, zweimal in der Woche quasi aufgetreten ist. Solltet ihr Medikamente nehmen müssen, wie zum Beispiel Antibiotika, die Zahnärzte sind da immer wieder sehr darauf erpicht, dass man zum Beispiel bei einem Zahnimplantat unbedingt Antibiotika nehmen soll. Ich persönlich halte da nicht so viel davon, aber dann kann es natürlich einmal antibiotikabedingt zu einem Durchfall kommen. Das nehmt es mit Gelassenheit. Wenn das Antibiotika nicht mehr genommen werden muss, nimmt man entsprechende aufbauende Darmkulturen und es kommt alles wieder in Ordnung. Dass Zuckermedikamente wie zum Beispiel das Metformin und auch natürlich verschiedene Medikamente zur Behandlung von neurologischen Erkrankungen zu einem Durchfall führen können, ist schon klar. Ja, und nicht vergessen, fragt, wenn ältere Menschen in der Familie immer wieder Durchfall haben, ob sie nicht vielleicht versehentlich zu viel Abführpulver nehmen. Da gibt es ein Medikament, das ich euch nenne, das nennt sich Eu-Carbon. Und wir wissen alle, Carbon, Carbon, Carbon, das war doch diese Tierkohle, die ist doch so viel gesund. Ist richtig, aber das Eu ist nicht so gesund, weil das ist ein Abführmuttel. Also Eukarbon ist eine Kombination von Tierkohle und Abführmittel und das auf Dauer genommen macht den flotten Otto. Also hinterfragen ist ganz, ganz gescheit. Warum ist denn der Flüssigkeitsverlust so zwieder? Naja, wenn ich Durchfall habe, dann verliere ich nicht nur Wasser, sondern auch ganz wichtige Substanzen Und das sollte ich natürlich unbedingt wieder ins Lot bringen, indem ich zum Beispiel mit ungesüßtem schwarzem Tee Salzstangerl versuche, das auszugleichen Zwieback, geriebene Äpfel können ebenso helfen, Im Zweifelsfall, wenn aber, länger als drei Tage zum Arzt gehen. Der sechste Punkt ist natürlich die regelmäßige Vorsorge. Gesunden Untersuchungen machen. Den sogenannten Hämokult-Test. Das ist ein ganz harmloser Test, bei dem der Stuhl in drei verschiedenen Tagen auf einen Teststreiferl geschmiert wird und dann untersucht. Das Labor oder der Hausarzt, ob da möglicherweise irgendwelche Blutbestandteile sind. Und diesen Test ab dem 30. Lebensjahr einmal jährlich zu machen, ist eine harmlose Geschichte. Wenn tatsächlich schon in der Familie lästige oder bösartige Darmerkrankungen bekannt sind, dann gehört natürlich die Darmspiegelung dazu. Auch da gilt die Aussage, das wird heute so schmerzbefreit gemacht, dass man sich nicht fürchten muss. Das lästigste ist das blöde Abführmittel, weil wer in den Darm hineinschaut, sieht vor lauter Stuhlgang manchmal nichts. Deswegen muss man diese Abführmittel nehmen und das ist vielleicht ein bisschen weniger lustig. Die Untersuchung selber macht man in einer Art Sedo-Analgesie, also in einer Art beruhigenden und auch schmerzstillenden Therapie, sodass man keine Angst haben muss. Und der letzte und wichtigste Punkt für alle, die mit Verstopfung leiden, ist ein gezieltes Stuhltraining. Ich habe es eingangs erwähnt, wiederhole es noch einmal. Mal. Sehr häufig haben wir uns im Verlauf unseres Lebens das Gefühl, jetzt sollt ihr aufs Klo gehen, abgewöhnt. Die Prioritäten anders gesetzt. Das kann man wieder ändern. Aber es braucht Zeit. Das geht nicht mit einmal, sondern da müsst ihr schon damit rechnen, dass ihr ein paar Wochen Zeit braucht, um das wieder in Ordnung zu bringen. Esst in Ruhe, kaut jeden Bissen gut und plant diese Toilettenpausen ein. Wenn dieser Entklärungszeitpunkt immer genau eingehalten wird, also ich sage ein Beispiel, eine halbe Stunde nach dem Frühstück ein kleines Kaffetschild getrunken, anschließend mit Zeitung bewaffnet aufs Klo gehen. Natürlich spricht man das in der Familie ab, wenn man nur eine Toilette hat, Weil kaum sitze ich am Klo und es brummt jemand und sagt, ich muss so drehen und dann hat es auch vorbei mit dem geregelten Stuhlgang. Also da hilft nur miteinander reden. Und respektiert bitte, dass jede noch so kleine Meldung des Enddarmes ernst zu nehmen ist. Schaut auch beim Klo, dass ihr eine gute Sitzposition habt. Ja, wir werden keine Polstersessel als Klo haben, aber ob ich jetzt ganz furchtbar hoch sitze, weil die Eltern oder die Älteren einen hohen Sitz haben und ich komme mit meinen Füßen immer hinunter. Man sollte komod sitzen. Ein weiterer Punkt ist das Becken-Boden-Training. Das ist nicht nur was für Frauen, die manchmal unkontrolliert ihren Arm verlieren. Das ist auch was für uns Männer, die wir doch so unendlich stark und unfehlbar sind. Das heißt nichts anderes, als wie ich es in einer meiner Folgen schon gesagt habe, dass Jakobsons Muskeltraining, das ist ein Auszubringen, auch hier den Po-Muskel zusammenzwicken bis 10 Zellen und wieder locker lassen. Po-Muskel zusammenzwicken, wieder 10 Zellen, wieder loslassen. Das Vormittag, Nachmittag, ein, zwei Minuten gemacht, macht, führt dazu, dass die Beckenbodenmuskulatur sich ein bisschen leichter tut. Also, fassen wir zusammen. Ein normaler, regelmäßiger Stuhlgang ist wichtig, keine Frage. Er kann aber von Person zu Person anders aussehen. Sich mehr zu bewegen, mehr zu trinken, ballaststoffreiche Ernährung zu nehmen, ist natürlich wichtig. Aber man muss auch ganz klar sagen, man kann auch hier übertreiben. Ein Tagesbedarf an Ballaststoffen, also Nahrungsfasern, reiche Nahrung, sollte so ungefähr 30-40 Gramm sein. Das heißt also, ich muss nicht den ganzen Tag wie ein Händel an irgendwelche Kerle herumnagen. Aber in der Früh, wie schon erwähnt, mit eingelegten Zwetschgen und ein bisschen Joghurt den Tag zu starten, ist sicher gescheit. Mehr Obst, Gemüse, unser eigenes. Ihr braucht nicht jetzt irgendwelche Weintrauben, die aus Indien kommen und ein Schweinegeld kosten, verspeisen. Jetzt haben wir Erdbeeren, jetzt kommen dann die Kirschen, es ist noch ein bisschen Spargelzeit. Also es kommen die ersten Frühkartoffeln. Also schaut so einfach darauf, dass ihr abwechslungsreich und auch ihr wiederum. Essen muss Freude machen. Kochen muss Freude machen. Mit Gewalt geht gar nichts. Meidet irgendwelche kreislichen Fertigprodukte. Es gibt einen traumhaften Spruch. Wenn die Inhaltsangabe von dem Produkt, das ihr fertig kauft, so geschrieben ist, dass es ein. In der Mittelschule, in der zweiten Klasse, befindlicher Junge, nicht mehr lesen kann, dann lasst die Finger von dem Fraß. Macht euch doch diese Speisen selber in Druck, Koch, Topf. Und in wenigen Minuten habe ich mir eine Gemüseplatte gemacht, mit einem Stück Butter in einer Pfanne durchgeschwenkt. Vielleicht noch ein bisschen von der Rindsuppe, die ich eingefroren habe, dazu. Und ihr habt schon die herrlichste Speise. Also traut euch, macht euch die Ernährung so, dass sie euch Freude macht. Und wir haben es schon gesagt, ich wiederhole es nochmal, die körperliche Bewegung ist natürlich ein ganz entscheidender Punkt. Und wenn es einmal gar nicht geht, dann versucht es, wie ich erwähnt habe, mit Lecicarbonzäpfchen oder mit dem Agiolaxsgranulat. Natürlich kann auch einmal ein Dulcolax-Draget hilfreich sein. Wenn es gar nicht geht, hilft vielleicht ein Movicol-Pulver. Redet mit eurem Arzt. Eines möchte ich zum Schluss noch sagen. Das ganze Theater mit Darmspülungen, mit Entschlackung und Fasten. Bittchen, wenn ihr sonst gesund seid, braucht es das nicht. Dass schon in der Bibel steht, dass man einmal in der Woche einen Fasttag einlegt, das ist ja blitzgescheit, keine Frage. Aber die Menschen, die dann drei Wochen im Jahr irgendwo eine Gewaltfastenkur machen, stolz, zehn Kilo habe ich in drei Wochen abgenommen, die lügen sich doch alle in die eigene Tasche und bringen ihre Verdauung damit sicher nicht in Ordnung. Genießt das Leben, genießt das Essen und lernt wieder, dass die Verdauung und auch das aufs Klo gehen eigentlich eine Selbstverständlichkeit des Gesundseins ist. Ich wünsche euch eine gute Verdauung. Alles Liebe, euer Huber Doktor. Music.